Demenzstrategie im Spar-Bann: Kein Geld, keine Arbeitskraft – Stillstand?

Vor einigen Tagen hörte ich einen Vortrag des Leiters eines kantonalen Gesundheitsamtes zum Thema Demenzstrategie. Er schien durchaus problembewusst, aber seine Botschaften waren: Der Kanton steht mit seinem Gesundheits- und Sozialwesen im Bann der Sparpolitik. Erwartet nichts von ihm, denn er hat weder Geld noch Arbeitskapazität. Setzt euch bei den Gemeinden für eure Anliegen ein, denn diese sind und bleiben fast für Alles zuständig. Sie sollten kooperieren, regionale Lösungen finden. Ein kantonaler Demenzplan kommt deshalb bei uns bis 2017, wenn die erste Nationale Demenzstrategie ausläuft, nicht in Frage. Damit beschrieb er wohl die politische Realität auch in anderen Kantonen – zum Glück nicht in allen!

Wir dürfen uns mit dem drohenden Stillstand nicht abfinden. Denn ein hohes Gut steht auf dem Spiel: Die Ermöglichung eines besseren Lebens für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Und wenn es bei Kantonen und Gemeinden wirklich zu einem demenzstrategischen Stillstand, zu einem Entwicklungsstopp und sogar zu Leistungsabbau kommt, bewirkt dies das Gegenteil dessen, was sie finanzpolitisch beabsichtigen. Denn wenn die Betroffenen zu spät oder gar nicht beraten werden, wenn sie ungenügend oder gar nicht unterstützt und entlastet werden, verschlechtert sich ihr Zustand viel schneller. Dann erkranken auch mehr betreuende Angehörige an Folgen von chronischer Überlastung. All dies verursacht hohe Kosten, die vermeidbar wären.

Wir müssen diese Risiken und die präventiven Chancen bekannt machen und mehr darüber herausfinden. Fallstudien können die Mehrkosten aufzeigen, die durch verspätete oder unterlassene Massnahmen entstehen. Das kann den Verteilungskampf um die Finanzen beeinflussen. Aber da und dort wird man uns auch antworten: „Ihr habt ja Recht, und wir sehen ein, dass wir etwas tun sollten, aber wir haben jetzt trotzdem weder Geld noch Arbeitskraft dafür. Vielleicht später. Tut uns leid.“

Deshalb wächst in unserer Vereinigungs-Strategie die Bedeutung eigener Dienstleistungen, auch wenn wir die Grenzen unserer finanziellen und personellen Mittel kennen und beachten müssen. Stärken wir unsere Fähigkeit, mit guten, innovativen Beispielen voranzugehen!

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